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Aktuelles

Aktuelle Gesetzesänderungen und Branchen-News stehen für die Optimierung Ihrer Betriebs- oder Praxisabläufe unter unserer Beobachtung und diese finden Sie hier zusammengefasst.

Vorsorge zum Jahresende: Basisrente und Versorgungswerk prüfen

Zum Jahresende lohnt es sich, die eigene Altersvorsorge und bestehende Versicherungsbeiträge zu überprüfen. Je nach persönlicher Situation können zusätzliche Einzahlungen in eine Basisrente oder das berufsständische Versorgungswerk sinnvoll sein.

Drei Punkte, die Sie prüfen sollten:

  • Versicherungsbeiträge: Sind Ihre steuerlich relevanten Vorsorgeaufwendungen korrekt erfasst und die erforderlichen Daten übermittelt?
  • Basisrente: Bietet eine Erhöhung der Beiträge noch steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten?
  • Versorgungswerk: Ist eine zusätzliche Einzahlung finanziell sinnvoll und mit Ihrer Liquidität vereinbar?

Auf Grundlage Ihrer aktualisierten Finanzbuchführung 2026 können wir eine Hochrechnung erstellen und Ihre voraussichtliche Liquidität prüfen. So erhalten Sie eine fundierte Grundlage für Ihre Entscheidung.

Sie möchten Ihre Möglichkeiten zum Jahresende prüfen? Sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie bei der steuerlichen Einordnung und der betriebswirtschaftlichen Planung.

(Update zu unserem Beitrag vom 15. Oktober 2025 zum BFH-Urteil VIII R 4/22)

Unser Fazit aus dem BFH-Urteil vom 04.02.2025 erhält weitere praktische Unterstützung: Das Sächsische Finanzgericht hat mit Urteil vom 26.02.2026 (Az. 4 K 766/22) entschieden, dass auch eine sehr große Praxis nicht allein wegen ihrer Mitarbeiterzahl gewerblich wird.

Der Fall: Eine zahnärztliche Gemeinschaftspraxis (GbR) mit fünf Gesellschaftern, je nach Jahr fünf bis sechs angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten, drei bis vier Vorbereitungsassistenzzahnärzten sowie einer Fachzahnärztin für Kieferorthopädie. Hinzu kamen 53 weitere Mitarbeitende in Assistenz, Verwaltung und Anmeldung. Nach einer Betriebsprüfung sah das Finanzamt einen Gewerbebetrieb. Das Gericht widersprach: Die Praxis erzielte in den Streitjahren 2015 bis 2020 weiterhin freiberufliche Einkünfte; die Gewerbesteuermessbescheide wurden aufgehoben.

Die wichtigsten Aussagen für Ihre Praxis:

  • Keine automatische Grenze nach Kopfzahl: Weder für Einzel- noch für Gemeinschaftspraxen gibt es eine feste Zahl angestellter Behandler, ab der die Tätigkeit automatisch gewerblich wird.

  • Delegation bleibt erlaubt: § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG erlaubt ausdrücklich die Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte.

  • Fachliche Prägung entscheidet: Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber müssen leitend und eigenverantwortlich tätig bleiben – etwa komplexe Fälle planen, Behandlungsverläufe kontrollieren und in Zweifelsfragen entscheiden. Jeden Routinefall selbst zu behandeln, ist dafür nicht erforderlich.

Für Physiotherapiepraxen heißt das: Wachstum und Freiberuflichkeit schließen sich nicht aus. Wichtig ist, dass Ihre eigene fachliche Mitwirkung sichtbar bleibt – zum Beispiel durch eigene Behandlungszeiten, Therapiekonzepte, Verlaufskontrollen und dokumentierte Fallbesprechungen.

Bitte beachten: Die Entscheidung betraf eine Zahnarztpraxis. Die Übertragung auf Ihre konkrete Praxisstruktur bleibt eine Frage des Einzelfalls. Wir prüfen gern, wie Ihre Praxis aktuell aufgestellt ist.

Zum 1. Januar 2026 treten wichtige Anpassungen im Einkommensteuerrecht in Kraft. Besonders relevant sind der höhere Grundfreibetrag, Änderungen beim Solidaritätszuschlag sowie Anpassungen bei Sonderausgaben und Kinderfreibeträgen. Wir geben Ihnen einen kompakten Überblick.

Einkommensteuer: Höherer Grundfreibetrag

Der Einkommensteuer-Grundfreibetrag steigt 2026 auf 12.348 €.
Für zusammenveranlagte Ehegatten gilt entsprechend der doppelte Betrag von 24.696 €.

Der progressive Einkommensteuertarif beginnt ab einem zu versteuernden Einkommen von 12.349 € und steigt stufenweise an:

  • bis 17.799 € mit einem Steuersatz von 14 % bis 23,97 %

  • von 17.800 € bis 69.878 € mit einem Steuersatz von 23,97 % bis 42 %

  • ab 69.879 € greift der Spitzensteuersatz von 42 %

  • ab 277.826 € gilt weiterhin die sogenannte Reichensteuer mit 45 %

Für Ehepaare gelten jeweils die doppelten Einkommensgrenzen.

Solidaritätszuschlag: Entlastung für viele Steuerpflichtige

Die Freigrenze beim Solidaritätszuschlag wird 2026 erneut angehoben:

  • 20.350 € Einkommensteuer bei Einzelveranlagung

  • 40.700 € Einkommensteuer bei Zusammenveranlagung

Bis zu diesen Grenzen fällt kein Solidaritätszuschlag an. Wichtig: Diese Regelung gilt nicht für Kapitaleinkünfte.

Sonderausgaben: Höherer Abzug für Altersvorsorge

Der abzugsfähige Höchstbetrag für Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, berufsständischen Versorgungseinrichtungen oder zur landwirtschaftlichen Alterskasse steigt 2026 auf rund 30.865 €.
Grund ist die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der knappschaftlichen Rentenversicherung.

Kinderfreibetrag steigt

Der Kinderfreibetrag erhöht sich 2026 auf 6.826 € pro Kind.
Der Freibetrag für Betreuung, Erziehung oder Ausbildung bleibt unverändert bei 2.928 €.


Zusammengefasst:
Die Änderungen bieten in vielen Fällen spürbare steuerliche Entlastungen – insbesondere für Familien, Selbstständige und gut verdienende Arbeitnehmer. Welche Auswirkungen das konkret auf Ihre persönliche Steuerlast hat, hängt jedoch immer vom Einzelfall ab. Bei Fragen kommen Sie gern auf uns zu.

Stand: 25. November 2025

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